Theorie & Forschung

Humor hilft - Gastbeitrag für "didacta"
Ich durfte einen Gastbeitrag für das deutsche Fachmagazin für lebenslanges Lernen "didacta" verfassen. Der Überblicksartikel mit dem Titel "Humor hilft" ist im November 2020 erschienen und ihr könnt ihn hier kostenfrei lesen.

Fragt man Lehrer oder Lehramtstudierende, was guten Unterricht ausmacht, hört man ab und zu die Antwort: „Unterricht soll den Schülern Spaß machen“. Doch soll er das wirklich? Ich plädiere dafür, dass Unterricht und Lernen nicht nur Spaß, sondern vielmehr Freude bereiten soll. Es folgt ein Versuch, diese beiden Begriffe (die häufig synonym verwendet werden) zu nuancieren - ohne dabei Spaßverderber sein zu wollen…

Der bewusste und gezielte Humoreinsatz kann das Lernen als "Lernbeschleuniger" nachhaltig beeinflussen. Nicht immer kann (und sollte...) der zu vermittelnde Inhalt mit Humor verknüpft werden - das heißt aber nicht, dass Humor hier keine Rolle spielen kann. Hier kommt das lernförderliche Klima zum Tragen, denn auch dieses kann durch eine humorvolle Lernatmosphäre entwickelt werden.

Warum wir etwas generell lustig finden, habe ich in einem älteren Artikel schonmal theoretisch beleuchtet. Diese Ansätze erklären aber noch nicht die Verbindung zwischen Lehrerhumor und Lernen: Warum und wie beeinflusst Humor das Lernen der Schüler? Zu dieser Frage möchte ich euch heute ein Modell aus den USA vorstellen, das eine Hilfe für das Verständnis der Verarbeitung von Humor und dem potentiellen positiven Effekt auf das Lernen darstellt.

An mehreren Stellen habe ich über die Wichtigkeit einer Unterscheidung von verschiedenen Humorstilen oder -formen geschrieben und dabei verdeutlicht, dass es wichtig ist, Humor gezielt und reflektiert zu nutzen. Nur so kann er für Klarheit, Interesse und eine Verbesserung der Schüler-Lehrer-Beziehung sorgen. Heute möchte ich etwas detaillierter über unangemessenen und unangebrachten Humor im Klassenzimmer berichten. Diese Humorform wird auch als aggressiver Humor bezeichnet.

Humor und Gelassenheit können auch in kritischen Situationen im Schulalltag helfen. Natürlich ist Humor nicht die Lösung für alle Probleme, jedoch kann der bewusste Einsatz von Humor bei Unterrichtsstörungen oder Aggressionen hilfreich sein - und damit auch die Lehrperson schützen und stärken.

Bereits in einem früheren Artikel habe ich darauf verwiesen, dass es nicht DEN Lehrerhumor gibt, sondern, dass sich verschiedene Humorstile unterscheiden lassen. Auch in den neueren Studien von Sonja Bieg und Markus Dresel (2018) wird deutlich, dass Lehrerhumor als mehrdimensionales Konstrukt betrachtet werden muss und dabei nicht jede Form von Humor positive Effekte auf den Unterricht und das Lernen hat.

Was sagen oder schreiben renommierte und populäre Unterrichtsforscher wie John Hattie oder Andreas Helmke eigentlich zum Thema Humor im Unterricht? Setzen sie in ihren Werken zur Unterrichtsqualität auf den Humor (des Lehrers) oder bleibt er unberücksichtigt? Findet sich Humor sogar in der Liste der Unterrichtsqualitätsmerkmale? Ein Blick in ihre Hauptwerke sorgt eher für Ernüchterung...

Humoreinsatz kann die Gedächtnis- bzw. Behaltensleistung der Schüler verbessern. Konkret bedeutet dies, dass die Verbindung zwischen Lerninhalt und Humor dazu führen kann, dass die Schüler den Lernstoff besser behalten und replizieren können. Ich stelle euch einige Studien und Experimente vor, die diese Erkenntnis unterstreichen.

Mit dieser Aussage weist der Volksmund auf die heilsame Wirkung des Lachens hin. Was genau dahinter steckt, erforscht die Gelotologie, die Wissenschaft des Lachens. Aus dieser Forschung stelle ich euch heute sechs zentrale Erkenntnisse vor - und damit sechs gute Gründe, das Lachen zu pflegen. Und es ist beeindruckend, welche körperlichen Veränderungen durch Lachen nachgewiesen sind - für Lehrer und unserer Schüler gleichermaßen!

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