Kreativitätsfördernde Aufgaben: #Mathe

Mit dem Einbezug der Kreativität in den Matheunterricht gewinnen offene Probleme und Probleme, die eine Vielzahl von Lösungen auf unterschiedlichen Ebenen zulassen, an Bedeutung. Hier ergeben sich zu allen mathematischen Themen Möglichkeiten der kreativen Unterrichtsgestaltung und der Formulierung von kreativen Aufgabenstellungen. Einige Beispiele und Anregungen habe ich euch hier zusammengestellt. Diese Sammlung wäre natürlich erweiterbar um andere Ideen und mathematische Inhalte - ich hoffe, dass sie euch als Denkanstoß für eure Unterrichte dienen können. 

 

Idee 1: Ziffernkarten & Co. im Bereich der Arithmetik

Aufgaben, die verschiedene Antworten ermöglichen, die zum Ausprobieren, Experimentieren und Nachdenken anregen, machen Kindern Freude. Auch das Suchen und Finden von Mustern und Strukturen bietet schöne Möglichkeiten und fördert den Erfindungsreichtum der Kinder. 

 

Ein Beispiel dafür ist die Arbeit mit Ziffernkarten:


Beispielaufgabe 1:

Du hast die Ziffernkarten 1 bis 9 (jede Ziffer genau einmal). Bilde zwei dreistellige Zahlen und addiere sie!

a) Welches größte und welches kleinste Ergebnis findest du?
b) Kannst du das Ergebnis 500 (oder 888) erreichen?
c) Wie viele Möglichkeiten findest du, um die Zahl 1000 als Summe zu erhalten? 

 

Beispielaufgabe 2: 
Nimm eine Ziffernkarte: Wie viele Minusrechnungen findest du, die deine Ziffernkarte als Ergebnis haben? Nimm danach eine neue Karte und bilde wieder so viele Minusrechnungen wie du kannst. Wiederhole die Übung so oft, bis du keine Zahlenkarte mehr hast. Was fällt dir auf? 

 

Ein ähnliches Aufgabenformat sind Zahlenmauern, die ebenfalls so gestaltet werden können, dass ein Ausprobieren und Tüfteln notwendig ist. 

Idee 2: Textaufgaben ... und deren Erfindung

Kreative Lösungswege und -strategien werden bei offenen Problemstellungen, beispielsweise bei Fermi-Aufgaben, benötigt. 

Das Aufgabenformat „Fermi-Aufgabe“ geht auf den Physiker und Nobelpreisträger Enrico Fermi (1901-1954) zurück, der seinen Studenten die Aufgabe stellte, „Wie viele Klavierstimmer gibt es in Chicago?”. Die Besonderheit dieses Aufgabentyps besteht darin, dass keine exakte Lösung verlangt, sondern nur ein plausibles oder unplausibles Ergebnis möglich ist.

Fermi-Aufgaben können durch ihre Offenheit Interesse und gesteigerte Motivation für Mathematik auslösen. Zur Lösung bietet sich eine Zusammenarbeit mit anderen Schülerinnen und Schülern an - so werden neben dem Modellieren, Problemlösen und Darstellen auch das Kooperieren, Kommunizieren und Argumentieren gefördert...

 

Natürlich können von den Schülerinnen und Schülern auch eigene Textaufgaben  erfunden (und gelöst) werden. Dabei müssen sie auch ihr Vorwissen in den kreativen Prozess einbeziehen. 

 

Idee 3: Kreativer Geometrieunterricht

Im Geometrie-Unterricht ist das "Erschaffen" ausgehend von den bearbeiteten Inhalten möglich. Hier sind Konstruktionsaufgaben, bei denen Flächen und Formen kreativ genutzt werden (beispielsweise mit Tangrams, SOMA-Würfel, Pentominos, Faltschnitten usw.) ein gut einsetzbares Mittel. Künstler wie Kandindsky, Vasarely, Albers oder Mondrian regen dazu an, geometrische Themen mit dem Kunstunterricht zu kombinieren.

 

Auch im Geometrieunterricht können Aufgaben verwendet werden, die zum Entdecken von Mustern und Strukturen dienen. Ebenso können Aufgaben mit verschiedenen Lösungsvarianten genutzt werden. Hier ein Beispiel zum Thema Umfang und Flächeninhalt: 


Material und Literatur

Ideen, Anregungen und Materialien zu kreativitätsfördernden Aktivitäten im Matheunterricht finden ostbelgische Lehrerinnen und Lehrer in der Mediothek der AHS oder anderen Schulmediotheken. Hier einige Beispiele passend zu den beschriebenen Ideen:

Im Internet findet ihr interessante Anregungen auf der Seite von PIKAS oder primakom (Deutsches Zentrum für Lehrerbildung Mathematik). 



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