Humor für's Klassenklima!

Der bewusste und gezielte Humoreinsatz kann das Lernen als "Lernbeschleuniger" nachhaltig beeinflussen. Was dabei zu beachten ist, habe ich hier beschrieben. Nicht immer kann (und sollte...) der zu vermittelnde Inhalt mit Humor verknüpft werden - das heißt aber nicht, dass Humor hier überhaupt keine Rolle spielt. Denn unabhängig vom Lerninhalt kann das lernförderliche Klima durch eine humorvolle Lernatmosphäre verbessert werden. 

 

Das Unterrichtsmerkmal des "lernförderlichen Unterrichtsklimas" (u.a. Meyer, 2004) kann als "Vermittler" ins Spiel gebracht werden. Denn eine lockere und entspannte Atmosphäre baut Lern- und Schulhemmnisse oder -ängste ab und über Humor kann ein positives Lernklima entstehen. Auch wenn dies nicht zwangsläufig zu effektiveren Lernprozessen bei den Schülerinnen und Schülern führt (Rissland, 2002) wissen wir doch alle, dass sich in einer stressfreien und lockeren Atmosphäre besser lernen lässt. 

 

Zahlreiche empirische Befunde weisen darauf hin, dass Humor sozial-emotionale Beziehungen positiv beeinflusst und für eine angenehme Lernumgebung (enjoyable learning environment) sorgt. So belegen verschiedene Studien (Übersicht bei Banas, 2011), dass Lehrpersonen, die eigene Fehler akzeptieren und über sich lachen können, damit ein fehlerfreundliches Klima fördern, in dem sich Schüler eher trauen, Risiken einzugehen und sich vermehrt äußern. Zudem sorgt der Humoreinsatz für eine Reduzierung von Ängsten in Leistungssituationen. Zudem kann der Humoreinsatz einen Abbau von Spannungen bewirken. 

 

Natürlich kommt es auch hier auf die Art des Humors an: Aggressiver oder feindseliger Humor sorgen für ein negativ und unangenehm bewertetes Klassenklima (Booth-Butterfield & Wanzer, 2016; Bieg & Dresel, 2018). 


Literatur

  • Banas, J. et al. (2011). A Review of Humor in Educational. Communication Education, 1/2011, 115-144. Settings: Four Decades of Research 
  • Bieg, S. & Dresel, M. (2018). Förderung von Motivation und emotionalem Erleben von Schüler(inne)n: Wie Humor dabei helfen kann. In G. Hagenauer, & T. Hascher (Hrsg.), Emotionen und Emotionsregulation in der Schule und Hochschule (S. 197-210). Münster: Waxmann. 
  • Booth-Butterfield, M. & Wanzer, M. B. (2016). Humor enactment in learning environments. In P.L. Witt (Ed.), Communication and Learning (S. 211–240). De Gruyter Mouton.
  • Rissland, B. (2002). Humor und seine Bedeutung für den Lehrerberuf. Rieden: Klinkhardt. 

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