Humortechnik #7: Gamification nutzen

Spielen macht Freude! Daher hat es durchaus auch seinen Platz auf meinem Blog und kann bewusst und geplant im Unterricht eingesetzt werden. Bei der Gamificiation geht es - wie der Name schon sagt - darum, Spiele oder einzelne Spielelemente in den Unterricht zu integrieren. Vorteile, Grenzen und Einsatzmöglichkeiten möchte ich euch heute etwas näher bringen. 

 

Begriffschaos?!

Zu Beginn möchte ich die Hauptbegriffe rund um das spielerische Lernen klären. 

  • Gamification:
    So bezeichnet man die Verwendung von Spielelementen verschiedenster Art in einem nicht-spielebasierten Kontext, womit auch der Schulunterricht gemeint ist. Es geht weniger darum, ein richtiges "strukturiertes" Spiel zu spielen, sondern einzelne Spielelemente im Unterricht zu nutzen. Hauptziel ist die Steigerung der Motivation der Schüler...
  • Game-Based-Learning:
    Game-Based Learning (kurz GBL) steht ganz generell für „Lernen mit Spielen“ - werden digitale Spiele benutzt, spricht man auch vom Digital-Game-Based-Learning.
  • Educational Games: 
    Bei diesen Spielen geht es darum, Wissen zu lernen oder Kompetenzen zu trainieren. Diese Form der Spiele können auch als Lernspiele (digital oder nicht-digital) bezeichnet werde

Ab welchem Moment wird ein Spiel als Spiel wahrgenommen? Das entscheidet letztlich ganz allein jeder einzelne Nutzer bzw. Schüler. Daher verschwimmen die Grenzen von GBL, Lernspiel und Gamification in der Praxis. Die Bestimmung der drei Begriffe soll damit lediglich eine grobe Stütze sein, um einen Überblick zu verschaffen. 

 

Was spricht für Gamification?

Die am häugigsten zu findenden Argumente für den Einsatz von Spielen oder Spielelementen im Unterricht sind:

  • Steigerung Motivation der Schüler
  • problem- und handlungsorientiertes Lernen
  • Förderung der Kreativität, Kollaboration, Kommunikation und kritischem Denken (4K)
  • Realisierung von implizitem Lernen, idealerweise ohne Wahrnehmung von Druck, Stress oder Anstrengung
  • höhere Beteiligung und Aufmerksamkeit
  • Nutzung des "Spieltriebs"
  • Erfolge werden durch Feedbackelemente belohnt

Welche Herausforderungen bringt Gamification mit sich?

Beim Einsatz von Gamification werden auch einige Nachteile, Gefahren oder Herasuforderungen befürchtet: 

  • erhöhter Aufwand der Lehrperson
  • Gefahr von Abschweifungen vom eigentlichen Lerninhalt
  • Wettbewerb kann negative Auswirkungen haben
  • evtl. technische Anforderungen (an Raum, Lehrkraft und Schüler)

Gamification einsetzen

Sowohl mit analogen als auch mit digitalen Lernmedien lässt sich die Gamification umsetzen. Grundsätzlich kann jeder Lerninhalt mit einem Spiel oder Spielelement verknüpft werden. Dabei könnt ihr den Aufwand reduzieren, indem ihr bestehende Lernspiele oder Materialien zum spielerischen Lernen nutzt. Zum Beispiel:

  • Story Cubes oder Memo Dice (Sprechanlässe)
  • Kartenspiele der Reihe "Graphemix" zur Phonologischen Bewusstheit
  • "Erzähl mir was" als Spiel zur Sprachförderung
  • Brett- und Kartenspiele auf der Seite "Spielen macht Schule"

In anderen Situationen kann es - auch aus Ermangelung von geeignetem Material - spannend sein, die Erarbeitung mit spielerischen Elementen zu spicken. Beispiele dafür sind:

  • der Einbau von Quizelementen
  • das Erstellen von Breakout-Games als Beispiel für den Einsatz von Storytelling (eine Rahmengeschichte für die Unterrichtseinheit)
  • der Einsatz von Educaching-Apps (Biparcours oder Actionbound)
  • die Nutzung von LearningApps (in allen Fächern denkbar)

Regelmäßig findet ihr auch auf meinem Blog Ideen für Lernspiele oder den Einsatz spielerischer Elemente in den Unterricht. 

 

Damit die Idee der "Gamification" nicht einfach zum "Spielen" verkommt, ist ein Lernziel und die Einbettung in ein pädagogisches Konzept notwendig. Vieles spricht dafür, den Unterricht durch spielerische Elemente aufzuwerten - damit es jedoch eine Besonderheit für die Schüler bleibt und ihr den eigenen Zeitaufwand in Grenzen haltet, solltet ihr diese Moment bewusst, geplant und nicht zu häufig einsetzen.  

 


Literatur


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