"Wir bilden jetzt Gruppen zu viert..."

Kooperative Lernformen erfordern Teamarbeit. Teamarbeit erfordert Gruppen, die erstmal gebildet werden müssen. Wenn der "Zufall" entscheiden soll, wird abgezählt, manchmal kommt noch ein Kartenspiel zum Einsatz oder es wird aus der "Namenskiste" gezogen. Ich möchte euch heute einige kreative Gruppenbildungsverfahren vorstellen, die ihr gerne mal ausprobieren könnt.

 

Die folgenden Vorschläge sind Möglichkeiten, um Gruppen zu bilden oder neu zu mischen. Dabei sollten die Gruppen nicht ständig wechseln, damit Schüler die Gelegenheit haben, sich aufeinander einzulassen und zu lernen, miteinander zu arbeiten. Selbstverständlich sollte auch nicht immer der Zufall entscheiden. Es kann auch sinnvoll sein, die Gruppen bewusst zusammenzusetzen (beispielsweise nach Lerntempo oder Förderschwerpunkt) oder die Schüler entscheiden zu lassen (beispielsweise nach Interesse oder Neigung für einen Themenbereich).

 

Natürlich sind auch die profanen Methoden (Abzählen, Zahlenkarten,...) zielführend und sinnvoll, vor allem wenn es schnell gehen muss. Zudem muss nicht alles nochmal "methodisch aufbereitet" werden. Wenn du aber Lust hast, es etwas kreativer anzugehen, hier einige Vorschläge. Du wirst schnell feststellen, dass es eigentlich unmöglich viele Varianten gibt...

 

Memory

Memorys gibt es inzwischen auch mit mehr als zwei gleichen Bildern und mit hübschen Motiven, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Anstelle eines Memorys lässt sich ebenso sehr gut ein gewöhnliches Kartenspiel verwenden. Dann können sich alle Herzen finden, alle Buben, Damen, usw. 

 

Alternativ dazu kannst du ein eigenes, abgewandeltes Memory erstellen, beispielsweise zu bekannten Paaren, die sich finden müssen (Asterix und Obelix,  Cäsar und Kleopatra, Tim und Struppi, Winnetou und Old Shatterhand, Maria und Josef,...). Das ganze kann auch thematisch mit dem Unterrichtsinhalt verknüpft werden. 

 

Gerüche oder Töne zuordnen

Etwas aufwendiger ist diese Möglichkeit der Gruppenbildung: Sammelt Teststreifen aus einer Parfümerie und gebt auf drei-vier Streifen den selben Duft. Kennzeichnet die Streifen zusätzlich, damit ihr sie im Zweifelsfall unterscheiden könnt. Diese Gruppenbildung eignet sich besonders, wenn es um den Geruchssinn oder die Buchbearbeitung zu "Das Parfum" geht... Ähnlich können Schütteldosen genutzt werden: Fülle dazu kleine Dosen mit allem, was Geräusche macht. 

 

Geheime Klebepunkte

Wenn es etwas schneller gehen muss: Bevor die Schüler den Raum betreten klebst du einen bunten Klebepunkt unter jeden Stuhl (X verschiedene Farben). Mit einem Blick unter ihren Stuhl erfahren die Schüler, welcher Gruppe sie angehören. Die Punkte können auch auf die Rückseite von Arbeitsblättern geklebt werden.

 

Knöpfe, Münzen, Smarties

Statt farbige Punkte können auch Knöpfe, Münzen oder als süße Variante Smarties verteilt werden. Die Schüler gruppieren sich nach Farbe oder Art der Knöpfe bzw. Münzen. 

 

Kärtchen mit Redewendungen oder Sprichwörtern

Im Sprachunterricht können Satzstrukturen oder (anspruchsvoller) Redewendungen oder Sprichwörter "zerschnitten" und verteilt werden.

Kärtchen 1: "Wie geht's"? - Kärtchen 2: "Danke, gut!"

Kärtchen 1: "Was ich nicht weiß..." - Kärtchen 2: "...macht mich nicht heiß". 
Bei der Gruppenbildung steht die Kommunikation unter allen Schülern im Vordergrund. Passende Pärchen bilden eine Gruppe. 

 

Mimikaufgaben

Auf vorbereiteten Kärtchen stehen Mimikaufgaben, z.B. Zwinkern mit dem rechten / linken Auge, Nase rümpfen, breites Grinsen , Stirn runzeln. Die Gruppenmitglieder finden sich anhand der gleichen Mimik zusammen.

 

Der Reihe nach Aufstellen

Aufstellen können sich die Schüler nach Alter, Größe, Hausnummer, Sternzeichen, Augenfarbe, Kleidungsfarbe oder nach Anfangsbuchstaben von allem möglichen: Vorname oder Nachname (Klassiker...), Farbe der Zahnbürste, Automarke des Autos des Vaters, Vorname der Oma,... Damit das ganze ruhig abläuft, kann die Vorgabe gemacht werden, dass beim Aufstellen nicht geredet werden darf und lediglich Handzeichnen genutzt werden dürfen. Ob nun die nebeneinanderstehenden Schüler zusammenarbeiten, der erste und der letzte der Schlage ein Team bilden oder die Zufallsgruppen durch Abzählen (1-4 und alle gleichen Ziffern arbeiten zusammen) gebildet werden, bleibt euch überlassen. 

 

Tiergruppen

Gebt Zettel mit Tiernamen in einen Beutel. Die Schüler ziehen einen Streifen und stellen das Tier, das sie gezogen haben, pantomimisch dar (Alternative: Geräusch nachmachen). Dabei gehen sie durch die Klasse. Sie finden sich zu Gruppen gleicher Tiere zusammen. 

 

Lieder singen oder summen

Ähnlich wie bei den Tiergruppen erhalten die Schüler Streifen mit Anfangszeilen oder Titeln von bekannten Liedern. Von jedem Lied gibt es so viele Streifen, wie es Gruppenmitglieder geben soll. Durch lautes Singen oder durch Summen finden die Schüler diejenigen, die das gleiche Lied gezogen haben und bilden eine Gruppe. 

 

Bilder-Puzzle

Schneidet pro Gruppe ein Bild oder eine Postkarte in drei oder vier Teile (je nach Anzahl Gruppenmitglieder). Verteilt die einzelnen Bildstücke unsortiert in der Klasse. Die Schüler suchen nun die Schüler, die die fehlenden teile zu ihrem Gesamtbild haben. Mit dieser Übung könnt ihr ganz gut thematisch in ein neues Unterrichtsthema starten. 

 

Gruppenbildung durch wortarten

Thematisch orientierte Zufallsgruppen gibt es auch in diesem Beispiel. Im Deutschunterrichten finden sich die Schüler zusammen, die ein Wort erhalten, das zur selben Wortart gehört. Die Möglichkeiten sind hier natürlich unbegrenzt: geometrische Formen oder Bilder aus gleichen Themenbereichen sind denkbar. 

 

Meier - Mayer - Meyer

Fast schon ein Klassiker, der auch ins Chaos führen kann: Für jeden werden Zettel mit Varianten des Namens Meier vorbereitet (Meier, Meyer, Maier, Maja...). Je nach gewünschter Gruppengröße X-mal. Die Schüler ziehen nun einen Zettel. Am Anfang werden alle „Meier“ rufen, dann aber feststellen, dass dies alle tun und sie sich die Zettel näher ansehen müssen um ihre Gruppenmitglieder zu finden.

 

Online-Gruppenbildung

Es gibt zahlreiche Apps oder Online-Anwendungen, um Zufallsgruppen zu erstellen. Dabei müssen die Namen aller Schüler eingegeben werden und das Programm übernimmt die Gruppenbildung für euch. Bewährte Beispiele dafür sind die Seiten LearningApps oder Ultimatesolver


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Kommentare: 1
  • #1

    Andrea (Samstag, 05 Januar 2019 17:34)

    Vielen Dank für die tollen Ideen �