Wo liegt die Quelle des Humors?

Bereits während der Antike haben sich Denker und Forscher gefragt, was es ist, das eine Situation lustig macht und Lachen hervorruft. Im Laufe der Zeit entstanden verschiedene Humortheorien – auf der Suche nach der Quelle des Humor bildeten sich drei zentrale Ansätze heraus, von der jedoch keine die Phänomene Humor und Lachen vollständig abdeckt! Ich möchte euch kurz die drei Theorien näher bringen...

 

Inkongruenztheorie

In einem älteren Beitrag habe ich über die Inkongruenztheorie geschrieben. Dabei sind der Widerspruch oder die Überraschung das ausschlaggebende Element. Wir empfinden etwas als lustig, wenn unsere eigene Erwartung verletzt wird.

 

Überlegenheitstheorie

Diese Theorie basiert aus Schriften von Platon und Aristoteles und vermittelt die Annahme, dass alles Humorvolle Aggressivität und Bissigkeit zur Basis hat. So ist das Lachen immer gegen jemanden gerichtet (Kleidung, Sprache, Aussehen,...), man macht sich über jemanden lustig, man lacht auf Kosten anderer. Das wiederum bedeutet, dass man dem anderen überlegen ist und das Selbst durch den Triumph über den anderen aufgewertet wird. Diese Theorie deckt jedoch nur einen Teil aller humorvollen Situationen ab.

 

Entspannungstheorie

Dabei handelt es sich um psycho-physiologische Erklärungen, die sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Humor und einer neuralen Aktivierung bzw. Erregung befassen. Sie geht auf Sigmund Freud zurück, der davon ausging, dass Humor (oder vielmehr das Lachen) ein Ventil darstellt, um angestaute Spannungen oder Energien zu lösen. Das Unbewusste befreit sich von der Unterdrückung des Über-Ich, so Freud, um für eine psychische Selbststabilisierung zu sorgen. Lachen wird als emotionale Befreiung und Entspannung des Menschen gedeutet. Der Entspannungseffekt und nicht die verursachende Situation steht im Fokus.

 

Bei der Inkongruenztheorie werden eigene Erwartungen verletzt
Bei der Inkongruenztheorie werden eigene Erwartungen verletzt

Literatur

  • Bischofberger, I. (2008). "Das kann ja heiter werden": Humor und Lachen in der Pflege. Bern: Huber. 
  • Katschnig, T. (2004). Angst, Belastungen und Humor bei Lehrer/innen. Peter Lang: Europäischer Verlag der Wissenschaften. 

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