Das Prinzip der Inkongruenz...

Wenn man versucht, dem Humor auf den Grund zu gehen und sich die Frage stellt, warum gewisse Dinge als lustig wahrgenommen werden, gibt es verschiedene theoretische Ansätze. Die Inkongruenz-Theorie ist eine der Theorien, mit denen Humor erklärt wird. Kurz zusammengefasst: Wenn wir zwei Dinge sehen, die nicht zusammenpassen, dann reagieren wir mit Belustigung. 

 

Der Begriff Inkongruenz "bezeichnet eine Erwartungsverletzung: Die kognitiv erfasste Kluft zwischen dem was erwartet wird und dem was tatsächlich passiert. Inkongruenzen lösen Überraschung und meistens dann ein Lachen aus, wenn sie als ungefährlich wahrgenommen werden" (Fernandes, 2016).

 

Werner Wicki, Professor an der Pädagogischen Hochschule Luzern, beschreibt den Begriff so: „Inkongruenz ist eine Umstellung der Vorstellungen, die man erst aufgebaut hat.“ Dadurch entsteht eine Überraschung. Wicki erzählt gerne einen Witz, um das Prinzip deutlicher zu machen.

 

„Gott sagt zu König Ahab: ,Wenn Du nicht ablässt von deinen Sünden, dann schicke ich dir eine große Dürre.‘ Darauf sagt Ahab: ,Eine kleine Dicke wäre mir lieber.‘“

 

Die Assoziationen, die der Witz im ersten Abschnitt hervorruft, werden durch die Doppeldeutung unerwartet aufgelöst.

 

Die Pointe eines Witzes besteht wie im Beispiel oftmals darin, dass die Geschichte eine unvorhersehbare Wendung nimmt und somit den Zuhörer vollkommen in seiner Denkweise überraschen.

„Aber worüber lacht der Mensch,

wenn sein Herz und sein Verstand bei der Sache sind?

Das ist rasch gesagt. Er lacht über Kontraste!“

Erich Kästner


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