Anke Engelke in der Sendung mit dem Elefanten

Über eine liebe Kollegin bin ich auf Anke Engelke in der "Sendung mit dem Elefanten" gestoßen. Sie hat mir von diesem Format und dem Spaß, den ihre Kinder mit diesen kurzen Videos haben, erzählt. Eine gute Gelegenheit, mal einen Blick auf die "Vorschul-Comedy"  zu werfen, die sich zum Ziel setzt, "die Kinder zum Hinterfragen aufzufordern und ihr Humorverständnis zu fördern."

 

Worum geht's?

In der "Sendung mit dem Elefanten" hat Anke Engelke eine eigene kleine Rubrik, die aus 2-3minütigen Alltagsgeschichten besteht. Der WDR schreibt dazu: "Anke hat ihre eigene Wohnung in der Elefantenwelt. Hier macht sie Quatsch: Absurd, wild und auf ihre ganz eigene Art spielt sie lustige Alltagsgeschichten. Durch ihre direkte Ansprache schafft sie es tatsächlich mit den Kindern vor dem Fernseher in den Dialog zu treten!"

 

Welchen Humor setzt Anke ein?

Wie bereits beschrieben, hat die Serie mit Anke auch das Ziel, das Humorverständnis der Kinder zu fördern. Aber wie? 

Laut Bericht des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend und Bildungsfernsehen (IZI), welches das Projekt begleitet, können Kinder mit Anke viele verschiedene Formen des Humor verstehen lernen. Dabei spielt sie mit Grimassen, Übertreibungen, lustigen Bewegungen und Geräuschen sowie unvorhersehbaren Überraschungsmomenten. Es geht vor allem um Dinge, die lustig aussehen oder die sich lustig anhören und über die Kinder im Vorschulalter lachen...  

 

Wie reagieren die Kinder?

Das IZI hat in zwei Studien die "Lustigkeit" von Ankes Sendungen untersucht und die Kinderreaktionen dokumentiert: "Deutlich wurde hierbei die Präferenz für Spots, die mit Slapstick und Humor auf akustischer Ebene spielen, insbesondere wenn es um kleine Missgeschicke des Alltags, wie Schuhe beim Anziehen zu vertauschen, geht. Die Kinder haben aber auch richtig Spaß an Spots, in denen sie mitraten oder intellektuell herausgefordert werden. Vergisst Anke beim Zählen ständig die 3 oder verkleidet sich anstatt als Indianer, von dem sie ständig erzählt, als Clown, unterbrechen Kinder sie ständig lauthals und amüsieren sich richtig gut. Überschreitet der Humor allerdings moralische Grenzen und tut Anke Dinge, die gemein für andere sind, finden viele Vorschulkinder das nicht komisch. Auch wenn die erwachsenen AkteurInnen nur untereinander reden oder sich über typisches Erwachsenenverhalten lustig machen, ist das für Vorschulkinder nicht so komisch. Der Humor ist zu komplex und degradierend. Popelt Anke hingegen in der Nase, stolpert mit falsch angezogenen Schuhen durch den Raum oder muss von Kichererbsen ständig kichern, lachen die meisten Kinder" (Götz, 2015). Die Reaktionen wurde im Rahmen des IZI-Projekts auf Videos festgehalten. Sehr empfehlenswert!

 

Wie kann ich die Filme einsetzen?

Als Eltern oder Kindergärtner kann es sicherlich spannend sein, die kurzen Videos einzusetzen. Sie laden zum Mitmachen und Mitlachen ein! Für manche Kinder ist es hilfreich, sie im Verständnis des Humors zu unterstützen. Wenn Anke die Realität umdreht, reicht meistens ein kleiner Hinweis, dass da etwas nicht stimmt. Kinder vermuten zwar, dass da etwas nicht richtig ist, müssen aber möglicherweise noch lernen, ihrer eigenen Wahrnehmung zu trauen und sich nicht verunsichern zu lassen. Jüngeren Kindern hilft es, sie darin zu bestärken, dass ihr Wissen richtig ist und Anke nur Spaß macht.

 

Und wer die Filme nicht einsetzen möchte, kann sie sich doch als Inspiration anschauen, um selbst einmal wie Anke "Quatsch" zu machen und dabei die Kinder zu begeistern.

 

Über eure Erfahrungen mit Ankes Sendungen würde ich mich in den Kommentaren freuen! 

Beispiel: "Hast du grad gepopelt?"

Wo finde ich weitere Sendungen?

Die Sendung mit dem Elefanten läuft montags bis freitags um 6:55 Uhr (ja, sehr früh!) im KIKA und samstags um 7:50 Uhr im WDR. Spannender ist aber, dass es die kurzen Episoden von Anke auch online gibt. Hier sind die Videos jederzeit abrufbar. 

 


Literatur


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