Wie Memes den Unterricht interessanter machen können...

Memes sind Bildwitze, die aus einem (lustigen) Bild und zwei kurzen Textelementen bestehen. Vor allem im englischsprachigen Raum sind sie ein Hit und im Netz weit verbreitet. Per Zufall habe ich einmal ein passendes Meme zu meinem Unterrichtsinhalt gefunden - und danach festgestellt, dass es für fast jedes Unterrichtsfach und -thema das Potential gibt, Memes einzusetzen. Sie können entweder zur Veranschaulichung oder Auflockerung, aber auch als komplexe Anwendungsaufgabe eingesetzt werden. 

 

Was sind memes und was kennzeichnet sie?

Prescher und Thees (2015) nutzen den englischen Begrif „Meme“ (ausgesprochen "miem") "als Sammelbegriff für Bildwitze", die in sozialen Medien oder Internetseiten veröffentlicht und kommentiert werden. Diese Bilder stellen kurze Gedanken oder Gedankengänge dar, die Assoziationen wecken sollen.

 

Die formale Gestaltung der Memes folgt einem einheitlichen Muster (Prescher & Thees, 2015):

  • Die Textpassagen sind in einfachen, meist serifenlosen Schriftarten geschrieben.
  • Ein einfaches Bild wird als Hintergrund genutzt.
  • Die Textelemente sind einfarbig gestaltet und farblich zur optimalen Lesbarkeit vom Hintergrundbild abgehoben.
  • Die Textpassagen sind zweigeteilt - meist in einen oberen und unteren Abschnitt.
  • Im ersten Teil des Textes wird inhaltlich eine Erwartung geschaffen, die in der zweiten Passage als Pointe wiederum verletzt wird.
  • Das Hintergrundbild übernimmt nur eine unterstützende Funktion, indem es den im Text beinhaltenden Sachverhalt an einem Beispiel visualisiert (Foto von einer Persönlichkeit, der der Spruch, die Pointe zugeschrieben wird) oder auf emotionaler Ebene die Aussage verstärkt, beispielsweise durch eine Abbildung einer Persönlichkeit, eines Charakters aus einem Film oder Comic, dem eine ähnliche emotionale Haltung zugeschrieben wird.
Typische Meme-Struktur
Typische Meme-Struktur

Memes nutzen dabei das Prinzip der Inkongruenz: Es gibt eine Differenz zwischen der aufgebauten Erwartung und der Pointe - diese zu entdecken, bedarf auch bei Schülerinnen und Schülern einen Verstehensprozess. 

 

Wie kann ich Memes im Unterricht einsetzen?

  • Aufmerksamkeit erlangen und das Eis brechen:
    Memes können helfen, die Stimmung zu erheitern, die Aufmerksamkeit zurück auf den Unterrichtsinhalt zu lenken und die Lehrperson in einem anderen Licht dastehen zu lassen...
  • Klassenregeln verdeutlichen:
    Memes können eine kurze Erinnerung an die Klassenregeln darstellen oder aber eine humorvolle Alternative zu den "klassischen" Regeln an der Wand sein. 
  • Unterrichtsinhalte erklären:
    Ein neues Thema über ein Meme einführen, Begriffe humorvoll wiederholen, zentrale Konzepte auf eine andere Art darstellen oder eine Zusammenfassung am Stundenende gestalten. All das ist möglich mit Memes...
  • Die "Königsaufgabe": Schüler Memes erstellen lassen:
    Die Schüler können im unterrichtlichen Rahmen ein Meme zum Unterrichtsthema erstellen. Basis für die Anfertigung von eigenen Memes ist das tiefgründige Verständnis des Themas. 

Beispiele

Wo finde ich Memes?

Es gibt zahlreiche Webseiten mit Memes - die allerdings nicht immer kinder- und jugendfreundlich sind! Daher sollten sie nur zur eigenen Recherche oder Inspiration  und nicht als Rechercheseiten von den Schülers genutzt werden. "Fertige" Memes findet ihr hier, hier oder hier.

 

Eigene Memes erstellen

Viel einfacher als lange nach dem passendem Meme zu suchen, ist es selbst zu erstellen! Und das ist ganz einfach, denn mit konstenfreien "Meme-Generatoren" kannst du dies in Windeseile erledigen. Dabei kannst du aus einer Auswahl von populären Hintergrundbildern auswählen und einen Text einfügen. Beispiele für solche Seiten sind: makeameme.org, livememe.com oder imagechef.com.

 

Sollen Schüler selber Memes herstellen, ist auch hier Vorsicht geboten, da die Seiten unangebrachte Inhalte enthalten können. Die Seiten sollten also vorher geprüft werden. Empfehlenswert finde ich die App Memegenerator, die - bei entsprechender Ausstattung - ganz einfach vor dem Unterricht auf Tablets geladen werden können (für Apple oder Android). 

 


Literatur


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