Studie: Aggressiver Humor verringert Mobbing

"Humor macht gesund" - So lautete ein Projekt von Psychologie-Studierenden der Universität Leipzig. Grundlage für Erkenntnisse waren umfangreiche Umfragen sowie Workshops mit insgesamt 340 Schülerinnen und Schülern zwischen 14 und 16 Jahren. Dabei sorgte ein Ergebnis für eine Überraschung: Aggressiver Humor der Lehrperson verringert Mobbing unter den Schülern. 

 

In der Pressemitteilung der Universität Leipzig heißt es dazu:
 "Negativer, aggressiver Humor seitens der Lehrenden führt zu weniger Mobbingvorkommnissen in der Klasse", berichtet Studienleiterin Tabea Scheel, Doktorandin am Institut für Arbeits- und Organisationspsychologie der Uni Leipzig. Die Psychologen vermuten nun, dass dieser Humor-Stil potentielle Mobber in der Klasse abschreckt oder dieser Humor als Situation empfunden wird, in der diese Lehrer "die Klasse im Griff haben". Scheel weiter: "Wir wussten, dass sich sozialer und selbstaufwertender Humor positiv auf die Gesundheit auswirken und das Lernen fördern können. Dass aber der negative Humor in einer leichten Form tatsächlich Mobbingsituationen verringert, ist neu. Daran werden wir in den nächsten Forschungsprojekten weiter arbeiten." Gleichwohl hieße das nicht, dass nun negativer Humor seitens der Lehrenden sinnvoll für Schulen sei. "Insbesondere unsere Experimente in den Workshops ergaben ganz deutlich, dass selbstabwertender und aggressiver Humor alles andere als gesundheitsförderlich ist", so Masterstudent Mario Csonka.

 

Zu der Ursache des überraschenden Ergebnis sagt Tabea Scheel in einem Interview mit der Berliner Zeitung

"Wir erklären uns das so, dass solche Lehrer eine gewisse Überlegenheit demonstrieren, eher Stärke ausdrücken und Sicherheit bieten, so dass alle sich mehr an die Normen halten. Das heißt, auch potenzielle Mobber werden vielleicht abgeschreckt davon, dass sie vom Lehrer einen fetzigen Spruch kassieren, der sie zwar nicht völlig bloßstellt, aber doch leicht lächerlich machen könnte vor den anderen. Wobei wir immer dazusagen: Es geht nicht um Häme, Zynismus und das Lustigmachen über Schüler, sondern um das Lenken von Verhalten."

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